Ein Ortsfamilienbuch fasst die überlieferten Personen und Familien eines Ortes auf der Grundlage historischer Quellen zusammen. Grundlage sind in der Regel Kirchenbücher, Personenstandsregister und ergänzende archivalische Überlieferungen. Ziel ist es, familiäre Zusammenhänge sichtbar zu machen und Forschung zu erleichtern – nicht, moderne Bewertungen oder Diagnosen vorzunehmen.
Die hier vorgestellten OFB-Daten sind das Ergebnis quellenkritischer Auswertung historischer Originalüberlieferung. Sie spiegeln stets den Wissensstand, die Sprache und die Erfassungspraxis ihrer Zeit wider.
Quellen, Arbeitsweise & Überlieferung
Das Ortsfamilienbuch basiert auf der systematischen Auswertung historischer Quellen, insbesondere von Kirchenbüchern und Personenstandsregistern. Ziel ist nicht die wortgetreue Transkription einzelner Einträge, sondern die rekonstruierende Zusammenführung familiärer Zusammenhänge über mehrere Generationen hinweg.
Um diese Zusammenhänge nachvollziehbar darstellen zu können, werden Familiennamen innerhalb des OFB vereinheitlicht, in der Regel nach der heute gebräuchlichen Schreibweise. Abweichende historische Namensformen bleiben quellenbedingt bestehen, werden jedoch nicht jeweils als eigenständige Familiennamen geführt. Diese Normalisierung ist notwendig, um Linien über längere Zeiträume hinweg eindeutig identifizieren und darstellen zu können.
Die übrigen Angaben – etwa Daten, Orte oder Berufsbezeichnungen – orientieren sich an der überlieferten Quelle. Unklare, widersprüchliche oder nur annähernd überlieferte Informationen werden entsprechend kenntlich gemacht.
Das OFB ist somit keine Transkription der Kirchenbücher, sondern eine quellenbasierte Auswertung mit erklärter Systematik, die Transparenz und Nachvollziehbarkeit in den Vordergrund stellt.
Grundlage dieser Auswertung bilden u.a. die in der Region Genthin überlieferten Kirchenbücher verschiedener Konfessionen, deren Bestand, zeitliche Abdeckung und Überlieferungssituation gesondert dargestellt sind.
→ zu den Kirchenbüchern aus der Region Genthin
Methodische Hinweise
Viele Angaben in einem Ortsfamilienbuch sind erklärungsbedürftig. Historische Begriffe, unvollständige Daten oder zeittypische Sammelbezeichnungen lassen sich nicht ohne Weiteres in moderne Kategorien übersetzen.
Aus diesem Grund werden einzelne Themenbereiche gesondert erläutert, darunter:
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Namensschreibweisen und Varianten
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Altersangaben und Datierungsprobleme
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Berufe in ihrem historischen Kontext
Die folgenden Beiträge erläutern ausgewählte historische Berufsbezeichnungen, wie sie in den Quellen des Ortsfamilienbuchs vorkommen. Sie dienen der Einordnung und ersetzen keine vollständige Berufs- oder Sozialgeschichte.
→ zu den Berufen -
Todesursachen und medizinische Begriffe der Zeit
Diese Erläuterungen dienen dazu, Fehlinterpretationen zu vermeiden und die Quellen im jeweiligen historischen Rahmen verständlich zu machen.
Grenzen des Ortsfamilienbuchs
Ein Ortsfamilienbuch ist kein vollständiges Abbild vergangener Lebenswirklichkeit. Es beruht auf überlieferten Quellen – und damit auch auf deren Lücken, Fehlern und zeitgebundenen Perspektiven.
Insbesondere gilt:
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nicht jede Person wurde erfasst
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nicht jede Angabe ist eindeutig
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historische Begriffe sind nicht mit modernen Definitionen gleichzusetzen
Die hier veröffentlichten Ortsfamilienbücher sind Ergebnisse laufender und historisch bedingter Quellenarbeit. Aufgrund von Überlieferungslücken, Bearbeitungsgrenzen und methodischen Entscheidungen sind sie notwendigerweise unvollständig.
→ zu den Ortsfamilienbüchern (OFBs)
Weiterführende Hinweise
Die nachfolgenden Seiten vertiefen einzelne Aspekte der OFB-Arbeit und erläutern typische Fragestellungen im Umgang mit historischen Personendaten.