Am 1. September 1939 überschritten deutsche Truppen die polnische Grenze. In vielen Ländern gilt dies als Beginn des Zweiten Weltkrieges. In Russland hat jedoch der 22. Juni 1941, der Tag des deutschen Einfalls in die Sowjetunion, einen weit höheren Stellenwert, und viele Franzosen verstehen unter dem Beginn des Kriegs vor allem die Besetzung von Paris am 14. Juni 1940.
Der Invasion in Polen gingen Scheinangriffe auf den Sender Gleiwitz und andere deutsche Orte in Grenznähe voraus, mit denen der Öffentlichkeit ein Kriegsgrund vorgegaukelt wurde. Adolf Hitler erklärte im Reichstag: „Seit 5.45 Uhr wird jetzt zurückgeschossen.“ Zu dieser frühen Morgenstunde beschoss das Linienschiff „Schleswig-Holstein“ polnische Stellungen auf der Westerplatte, einer Landzunge bei Danzig. Deutsche Panzer- und Lastwagen-Kolonnen rückten über die Grenze vor, auf mehrere polnische Städte gingen die ersten Bomben des Zweiten Weltkrieges nieder.
Seit 1957 wird der 1. September in der Bundesrepublik als Anti-Kriegstag begangen. Damals rief der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) unter dem Motto „Nie wieder Krieg“ zu Kundgebungen auf. Ein Jahr zuvor war die allgemeine Wehrpflicht wieder eingeführt worden. Die Beteiligung am Anti-Kriegstag erreichte in den späten 70ern ihren Höhepunkt.
(AP)
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Quelle:
Mitteldeutsche Zeitung vom 01.09.1994
Primärquelle:
Zeitungsausschnitt – vollständige Ansicht (Originalgröße)
Weiterführende Quelle:
Wikipedia: Überfall auf den Sender Gleiwitz
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