Heute unbekannte Krankheiten sind für einen Familienforscher nichts Ungewöhnliches.
Aber „Böthen“ als Todesursache ist dann doch neu.
Der Eintrag im Familienbuch Altenplathow vermerkt:
+ 1788 Brettin (durchs Böthen, das ist durchs Niederstoßen zur Erde, indem man an Kopf und Füße faßt)
Vermutlich versucht nun jeder Leser, sich das vorzustellen. Allein oder mit Beteiligung weiterer Personen? Freiwillig oder unfreiwillig? Niederstoßen – von wo aus? Wer ist „man“? Mir fehlt die Phantasie, um mir dieses Szenario vorstellen zu können.
Dass Joachim Paproth am Heiligabend 1788 mittags 12 Uhr gestorben ist, hat wahrscheinlich keine Bedeutung, vielleicht aber doch?
Nachtrag (2026):
Der Begriff „Böthen“ bezeichnet hier keine Krankheit. Die Erläuterung im Familienbuch („durchs Niederstoßen zur Erde, indem man an Kopf und Füßen faßt“) macht deutlich, dass es sich um eine Beschreibung des Hergangs handelt. Auffällig ist, dass ein entsprechender Hinweis im Kirchenbuch selbst fehlt. Der Eintrag im Familienbuch stellt damit eine interpretierende Zusammenfassung dar, nicht eine zeitgenössische medizinische Diagnose.
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