Der Förster war im 18. und 19. Jahrhundert eine zentrale Figur der ländlichen Verwaltung und der herrschaftlichen Wirtschaftsorganisation. Seine Hauptaufgabe bestand in der Aufsicht über den Wald, der damals eine der wichtigsten Ressourcen darstellte. Dazu gehörte der Schutz vor illegalem Holzeinschlag, Wilderei und Waldbränden ebenso wie die Kontrolle der ordnungsgemäßen Nutzung der Waldflächen.

Ein wesentlicher Schwerpunkt lag in der Holzwirtschaft. Förster überwachten den geregelten Einschlag, markierten die zu fällenden Bäume und sorgten dafür, dass der Wald nicht übernutzt wurde. Gerade mit dem steigenden Holzbedarf im Zuge von Bevölkerungswachstum und beginnender Industrialisierung gewann diese Aufgabe an Bedeutung. Parallel dazu spielte die Aufforstung eine wichtige Rolle: Abgeholzte Flächen mussten wieder bestockt werden, um die langfristige Nutzung des Waldes sicherzustellen.

Eng damit verbunden war die Wildhege. Der Förster hatte darauf zu achten, dass der Wildbestand in einem ausgewogenen Verhältnis zum Wald stand. Zu hohe Wilddichten führten zu erheblichen Schäden an jungen Bäumen, weshalb Förster häufig auch in die Organisation von Jagden eingebunden waren. Darüber hinaus fungierten sie als Berater für Grund- und Waldbesitzer und setzten forstwirtschaftliche Vorgaben der Obrigkeit praktisch um.

Wandel des Berufs und hierarchische Einordnung

Im Laufe der Zeit wandelte sich das Berufsbild des Försters erheblich. Während im 18. und 19. Jahrhundert wirtschaftliche Interessen und Kontrolle im Vordergrund standen, verlagerte sich der Schwerpunkt in der Neuzeit zunehmend auf Naturschutz, Klimaschutz und den Erhalt der Biodiversität. Moderne Förster arbeiten heute mit technischen Hilfsmitteln wie digitalen Karten, Datenbanken oder Fernerkundung, übernehmen Aufgaben der Umweltbildung und sind in internationale Konzepte nachhaltiger Forstwirtschaft eingebunden.

Bereits historisch war der Förster Teil einer klaren Hierarchie. Der Förster selbst war vor allem für die praktische Arbeit im Revier zuständig: Kontrolle, Pflege und Umsetzung der forstlichen Maßnahmen. Über ihm stand der Forstmeister, der größere Waldgebiete oder mehrere Förster beaufsichtigte und stärker planerische und leitende Aufgaben übernahm. Der Forstinspektor schließlich war häufig ein staatlicher Beamter mit Verwaltungs- und Kontrollfunktionen auf übergeordneter Ebene, etwa für ganze Forstämter oder Regionen.

In den Ortsfamilienbüchern ist der Beruf des Försters zahlreich belegt. Daneben finden sich eng verwandte Berufsbezeichnungen wie Forstmeister und Forstinspektor, aber auch Forstarbeiter oder Forsteinnehmer. Diese Vielfalt spiegelt die organisatorische Bedeutung der Forstwirtschaft wider. Nachfolgend sind die aktuell erfassten Berufslisten aufgeführt.

Förster im OFB Aken
Forst… im OFB Aken
Förster im OFB Genthin
Forst… im OFB Genthin

Eine kurze Übersicht zu weiteren historischen Berufen finden Sie in meiner Sammlung
→ Berufe unter Wissen & Quellen.

Bild generiert mit DALL·E (OpenAI / ChatGPT)

 

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