Film und Buch über 14 nach Kriegsende gehängte Deutsche

Das Schicksal von 14 deutschen Kriegsgefangenen, die nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs in den USA hingerichtet wurden, hat die Aufmerksamkeit eines Fernsehproduzenten und eines Schriftstellers erregt, die sich auch mit ungeklärten Fragen in diesem Fall befassen. In letzter Zeit wurden die Gräber der Deutschen in Fort Leavenworth in Kansas zweimal von Unbekannten mit Blumen geschmückt.
Noch vor Kriegsende waren die 14 von amerikanischen Militärgerichten zum Tode verurteilt worden: Sie wurden für schuldig befunden, in den Lagern in Tonkawa in Oklahoma, Papago Park in Arizona und Aiken in South Carolina drei Mitgefangene umgebracht zu haben, die sie offenbar für Verräter hielten und der Kollaboration mit den Amerikanern beschuldigten.
Aus amtlichen Unterlagen geht hervor, daß die USA die deutsche Reichsregierung über die Urteile informierte, worauf Berlin damit drohte, daß eine gleiche Anzahl amerikanischer Kriegsgefangener exekutiert würde. Darauf nahmen die Vereinigten Staaten auf Anweisung von Präsident Franklin Roosevelt von einer Vollstreckung der Urteile Abstand, es kamen sogar Verhandlungen über einen Gefangenenaustausch in Gang. Und eine Berufungskammer der US-Militärgerichtsbarkeit empfahl, die 14 zu lebenslanger Haft zu begnadigen.
Doch im April 1945 trat mit dem Tod Roosevelts eine völlig neue Lage ein. Im Mai kapitulierte Deutschland, und im Juli empfahl ein amerikanischer Militärrichter, die Urteile zu vollstrecken. Präsident Harry Truman stimmte zu, und einige Tage später wurden die 14 in Fort Leavenworth durch Erhängen hingerichtet.
Eine bisher unbeantwortete Frage ist, warum Truman seinerzeit, viele Wochen nach Kriegsende, so handelte. Mit ihr befaßt sich auch der Fernsehproduzent John Sacret Young, der den Fall für Warner Brothers verfilmt. Der Schriftsteller John Mullins schreibt ein Buch über das Schicksal der Deutschen, das im kommenden Sommer unter dem Titel „Unhallowed Ground“ erscheinen soll. „Das allgemeine Rätsel besteht darin, daß es keinen Grund dafür gab, diese Leute sterben zu lassen. Warum entschieden wurde, daß sie hängen sollten, weiß nur Gott allein“, sagt Mullins.

Quelle: Mitteldeutsche Zeitung vom 15.10.1992

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Weiterführende Quelle: Hintergrund zu den 14 Deutschen und ihren Opfern

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