Traueinträge gehören zu den zentralen Quellen der Familienforschung. Sie nennen nicht nur Datum und Ort der Eheschließung, sondern geben – je nach Zeit und Region – auch Auskunft über Herkunft, Stand oder Beruf der Brautleute. Gerade im Raum Berlin-Brandenburg ist die Überlieferung jedoch über zahlreiche Archive, Digitalisate und Bestände verteilt. Eine systematische, durchsuchbare Erschließung kann hier einen erheblichen Mehrwert bieten.

Mit dem → „Brandenburg-Projekt“ steht eine solche Erschließung zur Verfügung. Die Datenbank indexiert Trauregister der früheren Provinz Brandenburg einschließlich Berlins und umfasst derzeit über 250.000 Datensätze. Der zeitliche Rahmen reicht – mit einzelnen frühen Überlieferungen – bis ins Jahr 1487 zurück; die reguläre Überlieferung beginnt 1565 und wird bis zum 31. Dezember 1899 geführt.

Ziel des Projekts ist nicht die buchstabengetreue Edition der Einträge, sondern deren systematische Indexierung. Dadurch wird das gezielte Auffinden von Traueinträgen erheblich erleichtert. Die Suchfunktion berücksichtigt unterschiedliche Schreibweisen und erlaubt unter anderem Recherchen nach Wortteilen – ein nicht zu unterschätzender Vorteil bei frühneuzeitlicher Orthographie.

Bemerkenswert ist zudem die transparente Darstellung der Indexierungsgrundsätze. Abkürzungen werden nicht willkürlich aufgelöst, unklare Angaben bleiben kenntlich, Berufsbezeichnungen werden vereinheitlicht, um die Recherche zu erleichtern. Damit wird deutlich, dass hier nicht nur Daten gesammelt, sondern quellenkritisch erschlossen werden.

In die Datenbank fließen nicht ausschließlich evangelische Kirchenbücher ein. Auch Militärkirchenbücher, katholische Matrikel, jüdische Register und weitere einschlägige Quellen werden berücksichtigt, soweit sie für den Raum Berlin-Brandenburg relevant sind. Damit entsteht ein breiter Zugriff auf unterschiedliche konfessionelle und soziale Kontexte.

Für Forschende mit Bezügen zur Mark Brandenburg kann die Datenbank insbesondere dann hilfreich sein, wenn die Herkunft einer Person unklar ist oder Namensvarianten eine direkte Suche erschweren. Der Index ersetzt selbstverständlich nicht die Einsicht in den Originaleintrag, erleichtert jedoch dessen gezieltes Auffinden erheblich.

Hinter dem Projekt steht ein Berufsgenealoge, der seit vielen Jahren intensiv mit brandenburgischen Quellen arbeitet. Die kontinuierliche Erweiterung der Datenbank zeigt, dass es sich um ein langfristig angelegtes Vorhaben handelt.

Gerade in einer Zeit zunehmender Digitalisierung zeigt sich, wie wichtig strukturierte Indizes sind: Sie ersetzen nicht die Quelle – machen sie aber auffindbar.

Weitere Informationen und die Suchmaske finden Sie unter:
https://trauregister.eu/

Beitragsbild: Screenshot der Starteseite des Brandeburg-Projekts (trauregister.eu)

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