Für die Städte und Dörfer entlang der Elbe war der Fluss über Jahrhunderte hinweg Lebensader und Verkehrsweg. Zugleich bedeutete er aber auch Gefahr. Fähren, Flöße und kleine Fischerboote waren im täglichen Einsatz, doch Strömung, Sandbänke und plötzliche Wetterwechsel führten immer wieder zu Unglücken auf der Elbe.
So berichtet ein Eintrag im Sterbebuch Aken vom gleichzeitigen Tod von fünf Menschen aus einer einzigen Familie.

Der Pfarrer notiterte:

Am 24. August, abends zwischen 5 und 6 Uhr, verunglückte auf der Elbe
diesseits der Spitze des Sch… Werders folgende fünf Personen, als
70. 1) der Bürger und Korbmachermeister → Jacob Niemann, 66 Jahre alt;
71. 2) desses Ehefrau Dorothee, geborene Schwerin, 48 Jahre alt;
72. 3) dessen vierte Tochter zweiter Ehe, Sophie, 12 Jahre alt;
73. 4) dessen fünfte Tochter zweiter Ehe, Johanne, 6 Jahre alt und
74. 5) desses Schwiegersohn der Bürger und Schiffer Siegmund Würdisch, 26 Jahre alt.

Der Eintrag selbst bleibt knapp und nennt keine näheren Umstände des Unglücks. Dass keine Beerdigung verzeichnet ist, lässt vermuten, dass die Opfer des Unglücks in der Elbe verblieben und nicht mehr geborgen werden konnten.

Bemerkenswert ist auch der zeitliche Abstand zwischen dem Unglück und dem Eintrag im Kirchenbuch. Während sich der Unfall am 24. August ereignete, nahm der Pfarrer die Notiz erst am 8. September vor. Oft verging einige Zeit, bis sichere Nachrichten vorlagen oder die Hoffnung aufgegeben wurde, noch Überlebende zu finden.

Quelle: Kirchenbuch Aken, Sterbebuch 1805, Seite 234, Eintrag 70 – 74
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