Diese Biografie wurde erstmals im Akener Haus- und Familien-Kalender für das Jahr 2012 veröffentlicht. Die Zweitveröffentlichung erfolgt mit freundlicher Genehmigung von Herrn Dr. rer. nat. Karl-Heinz Krause in Halle (Saale).
Mit Gottlob Valerian Bruno wird einer der bedeutendsten frühen Chronisten der Stadt Aken vorgestellt. Seine 1711 erschienene Chronik gilt als die älteste gedruckte Stadtgeschichte Akens.
geb. am 27.09.1690 in Chemnitz, gest. 1719 in Dresden.
Autor der ältesten Akener Chronik mit dem Titel „Monumentum mutilum urbis in Aquis. Das ist ein zerstümmeltes Denck-Mahl der Stadt Aken an der Elbe“ (Zerbst 1711); die Chronik erschien kurz darauf noch einmal – inhaltlich unverändert – bei einem anderen Zerbster Verlag unter dem Titel „Beschreibung der Stadt Acken. Nach ihrem vorigen und itzigen Zustande“ (Zerbst 1712).
Bruno stammte aus einer weit verzweigten Akademiker-Familie (Theologen, Juristen, Ärzte), die ihre Wurzeln in West-Ungarn (Ungarisch-Altenburg) hatte und seit dem 15. Jahrhundert in Kursachsen ansässig war. Der Vater Matthias Valerian Bruno wurde in Leisnig geboren, studierte Jura in Wittenberg und war danach lange Zeit in Chemnitz als Gerichtssekretär tätig. Der Sohn Gottlob Valerian führte ein unstetes Leben. Er war viel in Deutschland auf Reisen und wechselte oft den Wohnort. Als Student besuchte er auch die Universität Helmstedt und erwarb dort den philosophischen Magistertitel. Nach eigener Aussage erhielt er später für sein schriftstellerisches Werk den Ehrentitel „gekrönter kaiserlicher Poet“ und war außerdem noch Kandidat der Theologie (d.h. er muss auch Theologie studiert haben). Bruno lebte mehrere Jahre (wahrscheinlich von 1709/10 – 1712) in Aken, wo er bei der Familie des Amtmanns und Magistratsinspektors Jacob Gottfried Schrader als Hauslehrer angestellt war. Dank Schraders Einfluss erhielt Bruno vom Akener Magistrat den Auftrag, eine Chronik der Stadt zu schreiben.
Das Werk weist eine hohe Aktualität auf, denn es berichtet über Geschehnisse in der Stadt bis zum Jahr der ersten Drucklegung. 1712 verließ der Verfasser Aken. Er ging zunächst auf eine Reise nach Prag und Wien, um die dortigen Universitäten kennen zu lernen. Auf seiner Rückreise machte er 1713 in Hirschberg (poln. Jelenia Góra, Schlesien) Station. Ab 1714 lebte er in Dresden. Dort muss er den Beruf gewechselt haben, denn es heißt, dass er „als Goldscheider“ gestorben sei.
Bruno hat etwa ein Dutzend Schriften veröffentlicht, von denen seine Akener Chronik die bekannteste war. In mehreren biographischen Nachschlagewerken des 18. Jahrhunderts sind Artikel über ihn erschienen. Seine Chronik diente dem Akener Bürgermeister Johann Heinrich Hävecker in dessen 1720 publizierter Schrift „Kurtze Beschreibung der Stadt Aken“ als Vorlage. Auch für Pfeffers Akener Chronik (1821) war Brunos 90 Jahre zuvor geschriebenes Vorgängerwerk eine wichtige Quelle.
Quelle: Dr. rer. nat. Karl-Heinz Krause, „Gottlob Valerian Bruno“, in: Akener Haus- und Familien-Kalender 2012, S. 62f.

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